Abschied

Der vorletzte Tag sollte wie vorausgesagt mit einer Menge Spielen begangen werden.

Nach dem täglichen bloggen, den Nachrichten für die Daheimgebliebenen und ein wenig Haushalt war es schon wieder fast Mittag, weswegen das ausgefallene Frühstück in Mittagessen umgewandelt wurde, bevor ich gemeinsam mit Şelon und Salo meine Begeisterung für Dart entdeckte.

Die freundlichen Kellner aus der Bar sherwood hatten in der Mittagszeit nichts zu tun und so konnten wir nach ein paar Runden Dart auch noch zum tavla spielen übergehen.

Zu meinem Vergnügen fand ich einen wirklich guten Gegner und so verlor ich zurecht, aber mit Freude. Das wirklich wichtige Match stand schließlich noch aus: çapulcu gegen Polizist.

Gut, dass ich mir die Energie gespart hatte, auch wenn ich Mürsel erinnern musste seinen Kollegen Mehmet nicht zu sehr zu triezen, sei dieser schließlich nicht der einzige, der gegen eine Deutsche verloren hatte.

Um den Abend noch einmal zu genießen, zog es mich ein letztes Mal nach Bornova, wo ich mich noch einmal dem Genuss von Livemusik hingab, Zuhause machen wir das dann wieder selber. Vielleicht sogar auf türkisch.

Ich hatte mich in meiner Zeitkalkulation allerdings so sehr versehen, dass ich die letzte Metro verpasste und mich daher dazu entschied die Nacht zum Tag zu machen. Da ich am Freitag sowieso früh schlafen müsste, aufgrund der unchristlichen Zeit zu der der Wecker Samstagmorgen (vier Uhr!) klingeln würde, war das leicht in Kauf zu nehmen und da sich neben Şelon und Salo auch noch ein befreundetes Ehepaar der Runde anschloss, gab es mehr als reichlich Gesprächsthemen.

Früh morgens verließ ich die wirklich nette Runde, fuhr erstaunlich allein mit der ersten Metro zurück und begab mich erst einmal in den erstbesten Einkaufsladen.

Ich muss sagen, es ist schon sehr komfortabel, dass es hier keine festgesetzten Öffnungszeiten gibt, denn so konnte ich zu einer für Deutschland undenkbaren Zeit gemütlich die Zutaten für das letzte gemeinsame Frühstück mit Yelda und Mürsel einkaufen.

Zuhause angekommen machte ich mich auch sogleich ans Werk, um meinen lieben Freunden hier ein stärkendes Frühstück zuzubereiten, bevor sie zur Arbeit aufbrechen mussten.

Unser sehr ausgiebiges Frühstück mit Salat, menemen, Käse, sigara börek und natürlich viel Tee, wurde insbesondere für Yelda und mich eine wahre Abschiedsorgie, da ich sie im Gegensatz zu Mürsel am Abend nicht mehr sehen würde.

Nachdem ich mich noch kurz auf dem Sofa ausgeruht hatte, mussten wir uns jedoch letzten Endes tatsächlich verabschieden.

Ich schätze mich wirklich glücklich auch Yelda kennengelernt zu haben und so fielen der Abschied und die Versprechen mehr als herzlich aus.

Bevor ich bei dem nicht heißem, jedoch schönem Wetter auch nur noch eine Minute in der Wohnung blieb, entschied ich mich spontan nach Konak zu fahren, um dort am Meer ein bißchen zu ruhen, hatte der nicht vorhandene Schlaf doch seine Spuren hinterlassen.

Doch allzu lange hielt ich es so still dann doch nicht mehr aus, entschloss mich für Mürsel noch Massen an Kürbiskernen zu besorgen, da er daran glaubt sie würden ihm beim Lernen helfen und sein Gehirn stärken. Auch für einen kleinen Snack sollte das Geld noch reichen und so brutzelte schnell in der Pfanne mein sehr spätes Mittag- oder sehr frühes Abendessen.

Jetzt ist noch Koffer packen angesagt und viel Daumen drücken, dass ich nicht das vorgegebene Höchstgewicht überschreite. Gott sei Dank wird nur der Koffer gewogen und nicht ich.

Die letzten Wochen waren wieder voller wundervoller Eindrücke und toller Menschen, so dass ich mit vielen schönen Erinnerungen nachhause fliegen kann.

Sozusagen ein zweifaches Geschenk, denn Zuhause ist es ja bekanntermaßen am Schönsten.

11.10.13 19:14

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