Das sieht ja aus wie Alsancak!

Während ich an diesem schönen Morgen fleißig bloggte, tigerte Carsten Vokabeln lernend und konjugierend durch den Raum, unterbrach seinen sechs-Meter-Sprint lediglich fürs Kaffee kochen oder um kurze Nachfragen zu halten. Fleißig eben. Auch beim Frühstück ging Türkisch für Anfänger weiter und sollte nur über die Freude, dass die Fähre mit der Kent Kart zu benutzen ist unterbrochen werden, schließlich boten auch die Schilder Anlass zum Sprachenverständnis und so ging es plappernd und gut gelaunt übers Meer, damit wir endlich Karşıyaka, einen weiteren Stadtteil der 4-Millionenstadt, sehen konnten. Der Menschentraube folgend ging es kurze Zeit später an Land und fröhlich über die vier verschiedenen Wörter für 'Frau' diskutierend, über aufgerissene Straße in eine Fußgängerzone. In einem kleinen Souvenirshop fanden wir nette Kleinigkeiten, betrachteten die vielfältigen Auslagen und schlenderten gefühlt in den Stadtkern. Nur gefühlt?! Die verschiedenen Geschäfte betrachtend, häufte sich die Aussage der beiden Touristen wie ähnlich sich Alsancak und Karşıyaka doch seien, während wir der Hauptstraße folgend immer noch vertieft in unsere Gespräche leider eines übersahen... Auch wenn Carsten im Nachhinein erklärte, dass es ihm immer noch nicht aufgefallen sei, als wir die Kaos Bar sahen, ich über die Anordnung der Cafés sinnierte und irgendwann fassungslos vor Ohannes Burger, dem Lieblingsschnellrestaurant von Mürsel stand, dass es nicht nur so aussah wie in Alsancak, sondern dass wir auch tatsächlich in Alsancak waren! Die Fähre hatte einen Zwischenstopp, den wir über unsere Gespräche hinweg nicht bemerkt hatten und der nur zu bestimmten Zeiten stattfindet, eingelegt und uns an einer Stelle dieses Stadtteils entlassen, der uns bislang so gar nicht bekannt war, was eine weitere Fährfahrt erforderte, die uns endlich und über das Missverständnis lachend ans Ziel brachte. Während es hier viel turbulenter zuging, wir einigen Läden einen Besuch abstatteten und die Hitze nur durch einige Windböen erträglich wurde, entschlossen wir uns alsbald eine kurze Rast einzulegen, nicht zuletzt wegen meiner mittlerweile mehr als geschundenen Füße. Carsten entdeckte ein gemütliches Café, wo bei türkischem Kaffee und frisch gepresstem Orangensaft eine Ruhe über uns kam, die auch nicht durch die geräuschvoll verrückten okey-Steine oder die fleißig umherschwirrenden Kellner gestört werden konnte. Nach der Erfrischung zogen wir durch den uns unbekannten Stadtteil, entdeckten eine nette Boutique, staunten über die Fleischer, wobei mein Mann fürsorglich sicherstellte, dass ich das ein oder andere Fenster, in dem auch die Schädel ausgestellt waren, nicht zu sehen bekam und erschreckten uns über die fortgeschrittene Zeit, so dass wir zunächst den Heimweg antraten. Leider vergeht die Zeit hier wie im Fluge und die Ruhe, die wir gemeinsam finden, ist so erholsam, dass es viele Momente gab, die wir am liebsten festgehalten hätten. Im Hotel angekommen hübschten wir uns füreinander auf und stellten fest, wie selten ein Kurzstreckentaxi kommt, wenn man eines braucht. Also trugen uns die leidgeplagten Füße selbstständig, diesmal gewollt, nach Alsancak, wo wir in einer Seitengasse ein nettes Restaurant entdeckten und erst vortreffliche Vorspeisen und anschließend einen guten Hauptgang genossen. Besonders nett wurde es, als einer der Kellner das übliche Gespräch begann, sich über unser Interesse an seinem Land erfreute und uns einen weiteren Badeort beschrieb, um uns abschließend einen köstlichen Obstteller zu spendieren, den wir mit vollgestopften Bäuchen nicht komplett zu leeren vermochten. Um den Abend abzurunden, ging es zum Dart spielen in die uns ans Herz gewachsene Bar, wo ich knapp das Spiel für mich entscheiden konnte. Aber das ist halt nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass wir soviel Ruhe hatten und sie gemeinsam genießen konnten, das muss auch mal sein.

3.7.15 00:11

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(3.7.15 09:17)
Und hier schreibt der Weserkurier über die Folgen der Arbeit einer erfolgreichen Ermittlerin:
http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadtreport_artikel,-Lange-Haftstrafen-fuer-Trio-nach-Raubueberfall-_arid,1158932.html

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